News

/ News / Grayling comms.breakfast: Brexit als Chance für Österreich?

Neuigkeiten von Grayling

Grayling comms.breakfast: Brexit als Chance für Österreich?

18. September 2017


Seit Mitte Juni laufen die Austrittsverhandlungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich. Welche wirtschaftlichen und politischen Folgen sind während der Verhandlungen und nach dem erfolgten BREXIT zu erwarten? Welche Auswirkungen zeichnen sich dabei für die österreichische Wirtschaft ab? Und welche Änderungen kommen auf britische bzw. österreichische Expats am jeweils anderen Arbeitsmarkt zu? Diese und andere Fragen rund um das Thema BREXIT standen im Mittelpunkt des jüngsten Grayling comms.breakfast.

Yvonne Toncic-Sorinj (Leiterin der Abteilung für EU-Grundsatzfragen im österreichischen Außenministerium), Leigh Turner (Botschafter ihrer Majestät in Österreich und ständiger Vertreter des Vereinigten Königreichs bei den internationalen Organisationen in Wien), Christian Mandl (EU-Chefkoordinator der Wirtschaftskammer Österreich) und Russell Patten (Vorsitzender Grayling European Public Affairs) diskutierten auf Einladung von Grayling CEO Sigrid Krupica über Chancen und Herausforderungen in Verbindung mit dem EU-Austritts des Vereinigten Königreichs. Moderiert wurde die Veranstaltung von Imma Baumgartner (Leiterin Internationale Public Affairs bei Grayling).

Briten zuversichtlich, Kontinentaleuropa skeptisch

„Die von manchen Experten nach dem Referendum prognostizierte Wirtschaftskrise in Großbritannien ist in der Form nicht eingetreten. Im Gegenteil, die jüngsten Wirtschaftsdaten sind durchwegs positiv“, so Botschafter Leigh Turner. „Die Briten im Allgemeinen haben also nicht das Gefühl, mit dem Votum gegen die EU-Mitgliedschaft einen furchtbaren Fehler begangen zu haben. Nichtsdestotrotz gibt es noch viele Hürden zu überwinden – vor allem in den Bereichen finanzieller Abgeltung, Handel, Zölle und natürlich Personenverkehr.“

„Aus unserer Sicht hat der Brexit im engeren Sinn keine positiven Nebenwirkungen, es gibt keine win- win Situation“, so die Leiterin der Abteilung für EU-Grundsatzfragen im Außenministerium Yvonne Toncic-Sorinj. „Und an diesem Gesamtbefund ändert sich auch nichts, wenn Österreich den für den Standort Österreich zweifelsohne wünschenswerten Zuschlag für die EU-Arzneimittelagentur EMA oder die Europäische Bankenaufsichtsbehörde EBA erhalten sollte. Im weiteren Sinn allerdings bietet Brexit die Chance, Fehlentwicklungen der Vergangenheit zu korrigieren und für die EU nach dem Austritt Großbritanniens und nach den Wahlen zum Europäischen Parlament 2019 neue Ziele wie etwa Gewährleistung von innerer und äußerer Sicherheit bzw. der Subsidiarität zu setzen.“

EU-Chefkoordinator der Wirtschaftskammer Österreich Christian Mandl hob die noch große Unklarheit in Bezug auf die Rechtslage nach März 2019 als Problem für Unternehmen auf beiden Seiten des Ärmelkanals hervor: „Eine klare Lose-Lose-Situation. Und wenn bis Herbst 2018 keine Einigung über die zukünftigen Beziehungen zur Stande kommt, riskiert der für Österreich wichtige Handelspartner Großbritannien in Bezug auf Zölle und Zertifizierungen den Status eines Drittlandes zu bekommen.“

Einmalige Chance für weitreichende EU-Reformen

„In Brüssel hat die Einigkeit der 27 verbleibenden EU-Mitgliedstaaten eine viel höhere Priorität als das Thema Brexit“, betonte Russell Patten, Vorsitzender Grayling European Public Affairs und CEO von Grayling in Belgien. „Die Kommission will auf jeden Fall am europäischen Binnenmarkt festhalten.“ Daraus ergebe sich die Notwendigkeit, sämtliche Bereiche der EU zu evaluieren und bei Bedarf auch neu ausrichten. „Das ist eine einmalige Chance für die Umsetzung von umfassenden Reformen“, waren sich die Podiumsgäste einig.

Sigrid Krupica, CEO von Grayling in Österreich, freute sich über das große Interesse am comms.breakfast: „Wie auch immer man persönlich zum Brexit steht, jetzt ist es höchste Zeit für österreichische Unternehmen und Organisationen, ihre Positionen einzubringen, um das Bestmögliche aus der Situation zu machen. Immerhin tätigen wir aktuell Investitionen in der Höhe von 7 Milliarden in Großbritannien, während die britische Firmen in Österreich 4,6 Milliarden investieren.“

 

Foto:
(v.l.:) Leigh Turner (Botschafter ihrer Majestät in Österreich und ständiger Vertreter des Vereinigten Königreichs bei den internationalen Organisationen in Wien), Yvonne Toncic-Sorinj (Leiterin EU-Grundsatzfragen und Angelegenheiten, Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres), Sigrid Krupica (CEO Grayling Austria), Imma Baumgartner (Leiterin International Public Affairs Grayling), Christian Mandl (EU-Chefkoordinator, Wirtschaftskammer Österreich) und Russell Patten (CEO Grayling Brüssel und Chairman of Grayling European Public Affairs)
Copyright: Grayling/Foto Frank Helmrich

Für Rückfragen:
Berith Hagvaag, Grayling Austria, berith.hagvaag@grayling.com, 01 524 43 00-26

 


Grayling Team

Letzte Meldungen

11. Dezember 2017


Sechs Dinge, die Kommunikationsprofis für 2018 wissen müssen

Welche Trends müssen Kommunikationsprofis für 2018 am Radar haben? Das internationale Team von Grayling stellt heute seinen jährlichen Ausblick auf Trends in der Kommunikation vor. Sigrid Krupica,...

Weiterlesen

1. Dezember 2017


Grayling Austria ist ein Top-Arbeitgeber des Mittelstands im DACH-Raum

Grayling Austria gehört zu den Top-Arbeitgebern des Mittelstandes im deutschsprachigen Raum. Das ist das Ergebnis der erstmals von FOCUS-Business und dem Arbeitgeberbewertungsportal kununu...

Weiterlesen

21. November 2017


Google vergisst nie – Krisenkommunikation und Marken-Resilienz im Online-Zeitalter

Grayling hat vor kurzem eine Studie veröffentlicht, die einen genauen Blick auf das Reputationsrisiko von Top-Marken wirft. Die Google-Suche spielt dabei eine zentrale Rolle. Fazit: Fast die Hälfte...

Weiterlesen