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Augmented Reality – Die kleine Schwester holt auf

30. August 2017


Jana Bauer, PR Assistant bei Grayling Deutschland, schreibt über die Relevanz und die Zukunftsversionen der Augmented Reality-Technologie. 

Die ganze Welt spricht heute von Virtual Reality (VR), doch wie verhält es sich mit Augmented Reality (AR)? Spätestens seit dem letzten Sommer sollte uns diese Technologie bekannt sein. Weltweit folgten Menschen auf der Suche nach Pokémons ihren Smartphones. Die App Pokémon Go (insgesamt 500 Millionen App-Downloads) verzeichnete zwischenzeitlich 21 Millionen täglich aktive Nutzer – ein Phänomen, das Pokémon-Jäger weltweit faszinierte. Die Technologie AR blendet digitale Inhalte in Echtzeit in die reale Umgebung des Nutzers ein. Im Fall von Pokémon Go sind fiktive Wesen sowohl am Arbeitsplatz, als auch im Park zu finden. Im Gegensatz zur Technologie der Mixed Reality (MR) sind die virtuellen Objekte fest fixiert, der Nutzer kann sich demnach nicht um das Objekt herumbewegen und es von allen Seiten betrachten. 
Eine aktuelle Studie der Warc and Mobile Marketing Association (MMA) zeigt auf, dass die beiden Technologien Virtual Reality und Augmented Reality nah beieinander liegen. Im Rahmen der Studie wurden 283 Vermarkter aus 51 Märkten im EMEA-Raum gefragt, welche Technologien sie selbst oder ihre Kunden in diesem Jahr nutzen werden. Von insgesamt zwölf Auswahlmöglichkeiten sind VR (38%) und AR (36%) auf dem fünften und sechsten Platz zu finden. 

Consumer-Aktivierung à la BMW, Ikea und L’Oréal
Im Gegensatz zur kostspieligen VR-Technik, kommt AR meist ohne Brille aus. BMW nutzt die Technik beispielsweise im direkten Kundenkontakt, um das Wunsch-Auto konfigurieren zu können. Das Smartphone wird dabei auf das jeweilige Modell gehalten und schon lassen sich Farben und die Ausstattung des Innenraums ändern. Die Vorzüge der jeweiligen Modelle können potenziellen Käufern so plastisch demonstriert werden. Die AR-Version der schwedischen Möbelhauskette Ikea soll ähnlich funktionieren. Nach dem ersten AR-Versuch vor vier Jahren will das Unternehmen ab Herbst, gemeinsam mit Apple, eine neue Anwendung für Smartphones und Tablets anbieten. Kunden sollen dann mit digitalen Helfern das perfekte Möbelstück bequem von der Couch aus finden. 
Auch im Beauty- und Fashion-Bereich hat die Technik schon Einzug gehalten. Online-Händler können beispielsweise auf „Virtual Try-on“-Lösungen zurückgreifen, um immense Rücksendequoten zu reduzieren. Mithilfe der Smartphone-Kamera kann das Kleidungsstück über die eigene Figur gelegt und somit virtuell anprobiert werden. Auch L’Oréal nutzt die Technik bereits seit 2014 für die App Makeup Genius, die unter anderem L’Oréal-Testimonial Lena Meyer-Landrut als ihre „neue Lieblings-App“ bewirbt. Verschiedene Make-Up-Looks werden hier per Gesichtserkennung auf den Gesichtern der jeweiligen Konsumentinnen platziert. Im Infotainment-Bereich wird AR ebenfalls präsenter. Das österreichische Startup Areeka entwickelt Augmented-Reality-Schulbücher, die unter anderem die verschiedenen Mondphasen und eine Sonnenfinsternis in 3D zum Leben erwecken. Grundlage dieser Lern-Innovation ist ein zuvor durchgeführtes Experiment, das hervorbrachte, dass Schüler, die Bücher mit AR-Funktionen nutzten, im Gegensatz zur Kontrollgruppe Inhalte nachhaltig verstanden hatten.


AR – Apples AR-Kit Technologie mit viel Potenzial
Dass die Technik viel mehr als Entertainment kann, zeigen aktuelle Anwendungsbeispiele. Das Forschungsteam „Audime“ (Audiovisuelle Medizinische Informationstechnik bei komplexen Einsatzlagen) des Universitätsklinikums Aachen hat eine Datenbrille für Rettungskräfte entwickelt, um den Ersthelfern vor Ort Hilfestellung bei ihren Einsätzen zu leisten. Ähnlich wie beim bekannten „Google Glass“ bekommt der Träger über einen kleinen Monitor auf dem Brillenglas relevante Informationen eingeblendet. Zusätzlich können per Live-View sogenannte Telemediziner hinzugeschaltet werden, die Einsicht in alle nötigen Daten haben und so von Fall zu Fall Handlungsanweisungen geben und Ferndiagnosen stellen können. Auch Apples CEO, Tim Cook, ist VR gegenüber eher skeptisch eingestellt. Auf der Apple Entwicklerkonferenz WWDC im Juni diesen Jahres stellte Cook das ARKit vor, eine Entwicklungsumgebung, mit der Entwickler AR-Anwendungen für iPhones und iPads programmieren können. Cook ist davon überzeugt, dass Smartphones durch die AR-Technik zu einem noch wichtigeren Bestandteil des alltäglichen Lebens werden. Mit dem Betriebssystem iOS 11 wird die Technik Hunderten Millionen Geräten Einzug verfügbar sein. Bisher war dies immer ein grundsätzliches Problem für eine neue Technologie – kaum jemand war in der Lage diese auch zu nutzen. 

 

 


Grayling Team

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