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Die TOP 5 Trends der Republica

15. Mai 2017


Michelle van der Veen, Account Manager Digital & Content bei Grayling Deutschland in Frankfurt, war auf der diesjährigen Republica und hat die Themen, die die Netzgemeinde bewegen, zusammengefasst.

Die elfte Ausgabe der Republica (#rp17) lockte dieses Jahr insgesamt 9000 Teilnehmer aus 71 Ländern an. Über 1000 Speaker auf insgesamt 20 Bühnen haben 500 Stunden volles Programm präsentiert. 47% der Speaker waren übrigens weiblich.

Zeitgleich zur Republica fand die Media Convention Berlin (#MCB17) statt, sodass den Besuchern am Ende nur noch die Qual der Wahl blieb, welche Sessions sie live erleben wollen. Die Media Convention Berlin ist ein Medienkongress, der vom Medienboard Berlin-Brandenburg und der Medienanstalt Berlin-Brandenburg veranstaltet wird und in diesem Jahr zum vierten Mal in Kooperation mit der Republica stattfand. Auf den #MCB17-Bühnen ging es vor allem um aktuelle Fragen der Medien- und Netzpolitik, Markttrends und Entwicklungen der digitalen Mediengesellschaft.

Die Programme der beiden Veranstaltungen ergänzen sich ausgezeichnet und ohne die Kennzeichnung im gemeinsamen Programmplan, fiele eine Unterscheidung sicher schwer. Der größte Teil des Programms der drei Tage kann auf dem Youtube-Kanal der Republica nachgeschaut werden. 

Und auch wenn über zahlreiche Themen diskutiert wurde, so lassen sich doch fünf Oberthemen oder Trends identifizieren, die die Republica 2017 inhaltlich dominiert haben.

Digitales Storytelling

Storytelling ist schon lange ein Begriff, mit dem sich zahlreiche Medien und Unternehmen auseinandersetzen und der professionelle Kommunikatoren in ihrer täglichen Arbeit beschäftigt. Die Tatsache, dass Menschen lieber gute Geschichten hören als bloße Markenbotschaften ist kein Geheimnis. Es verwundert also nicht, dass das digitale Storytelling, Inhalt vieler Sessions war. Insbesondere ging es um die Fragen, wie man überhaupt noch im digitalen Rauschen wahrgenommen wird und auf welche Weise die eigenen Geschichten aufbereitet werden müssen, damit sie von einer kritischen Masse wahrgenommen werden. Neben der alten Weisheit, dass man seine Zielgruppe kennen muss und wissen sollte, auf welchen Plattformen sie sich aufhält, wurden einige nützliche Tools vorgestellt, die die eigene Arbeit erleichtern können.

Mithilfe der Plattform Wochit können Clips für die sozialen Medien erstellt werden, ohne Kenntnis über Schnittprogramme oder Filmtechnik. Mit der App Fyuse lassen sich in kurzer Zeit eigene 3D-Bilder und mit Genially interaktive Infografiken erstellen, Storymap ermöglicht die Produktion von interaktiven Karten. Für diejenigen, die eigene Podcats produzieren, empfiehlt sich der Einsatz von Tapewrite. Das leicht zu bedienende Tool erlaubt es die eigenen Aufnahmen mit Bild und Text zu ergänzen sowie innerhalb der Audiospur einzelne Kapitel zu markieren.

Wie man sieht, werden die Möglichkeiten ohne größere technische Kenntnisse gute Inhalte zu produzieren für den einzelnen Anwender immer einfacher. Doch je einfacher es wird, desto größer ist auch die Zahl derer, die gute Inhalte verbreiten. Umso wichtiger, dass man sich nicht im Dschungel der Tools verirrt und im Wald der Effekte verliert, sondern eine klare Kommunikationsstrategie entwickelt, die zur eigenen Marke und dem eigenen Unternehmen passt. Erst mit einer ausgearbeiteten individuellen Strategie werden dann aus den guten Inhalten überzeugende, die viral gehen und wahrgenommen werden.

Virtual Reality

Die Technik war auf der Republica permanent präsent und so richtig entziehen konnte man sich ihr nicht. Von Amorelie über das Google Lab bis zum ZDF hatten viele Aussteller ihre neusten VR Innovationen dabei und haben diese drei Tage lang präsentiert. Darüber hinaus haben sich viele Sessions mit dem Thema auseinandergesetzt. Auch das letzte #GraylingInsight von meiner Kollegin Jana Bauer hat sich mit dem aktuellen Stand der VR-Technik auseinandergesetzt. 
Die gezeigten Anwendungsbeispiele auf der Republica hätten unterschiedlicher nicht sein können und haben eine große Bandbreite der aktuellen Möglichkeiten aufgezeigt. Der WDR beispielsweise ermöglicht es Nutzern den Kölner Dom auf eine ganz neue Art und Weise zu entdecken und lädt auf eine außergewöhnliche Reise durch die Zeit ein. Das ZDF dagegen präsentiert bereits erste Nachrichtenbeiträge mit der VR-Technik und lotet die Erzählformen und Möglichkeiten der Technik damit aus. Nichtsdestotrotz handelt es sich nach wie vor um eine Trendwelle, die noch nicht in den meisten Wohnzimmern angekommen ist. Für Unternehmen bietet sie jedoch gerade jetzt ein immenses Potential zur Entwicklung kreativer neuer Kommunikationslösungen, die die Regeln für gute VR-Anwendungen für die Zukunft definieren. 

KI

Das Thema künstliche Intelligenz und wie der aktuelle Entwicklungsstand der Technik und ihrer Anwendungen ist, war ein großes Thema auf der Republica. Sowohl in verschiedenen Vorträgen wie auch in Diskussionen unter den Teilnehmern. Dabei ging es sowohl um die großen Potenziale für Unternehmen und die Gesellschaft wie auch um die Risiken, die der Einsatz von KI für unseren Alltag birgt. 
Diverse Systeme und Anwendungsmöglichkeiten präsentierte der Republica-Sponsor IBM an den drei Konferenztagen. Das System i2 EIA (Enterprise Insight Analysis) durchsucht unstrukturierte Datenmengen aus verschiedenen öffentlichen Quellen, um Terrorverdächtige unter Flüchtlingen zu erkennen. Das System erstellt einen Trefferwert ähnlich dem für Kreditnehmer. Eine ähnliche Anwendung wird bereits von verschiedenen Fluglinien eingesetzt, um die Flugreisenden zu analysieren. Mit Watson bietet IBM seit einiger Zeit Unternehmen die Möglichkeit sowohl ihre eigenen Daten und ihrer Kunden als auch denen öffentlicher Quellen zu analysieren und kreative Lösungen damit zu entwickeln. Auf der Republica stand der Einsatz für HR-Abteilungen im Fokus. Für diese kann Watson beispielsweise kündigungsgefährdete Mitarbeiter identifizieren oder geeignete Bewerber finden.

Neben positiven Aspekten der Technik standen jedoch auch die negativen Potentiale zur Debatte. Wenn von solchen oder ähnlichen, selbstlernenden Systemen abhängt, ob Menschen eine Krankenversicherung bekommen oder einen Kredit, oder ein Flugzeug besteigen dürfen, dann sollte die Datengrundlage diverser und vor allem transparent sein. Einige Speaker forderten deshalb eine Ethik für Algorithmen und Big-Data-Anwendungen.

Blockchain

Dass Sicherheit in einer digitalisierten Welt ein immer wichtigeres Thema wird, haben zahlreiche Vorträge über die Blockchain-Technologie gezeigt, die es in einem solchen Umfang wie in diesem Jahr, in den Vorjahren noch nicht gab. Die Funktion der Blockchain ist vor allem in Zusammenhang mit der virtuellen Währung Bitcoin bekannt geworden, die als Erster konkreter Anwendungsfalls gilt. Da die Blockchain-Technologie ein vollständig dezentrales, transparentes, gleichzeitig verschlüsseltes Netzwerk aus Teilnehmern ergibt, das sich nicht korrumpieren lässt, bietet es ein großes Potenzial das Bedürfnis nach mehr Sicherheit im Netz zu befriedigen und den großen Internetkonzernen etwas entgegenzusetzen. Auf der diesjährigen Republica wurden deshalb vor allem Anwendungsfälle jenseits des Finanzsektors vorgestellt, wie der Einsatz von Blockchains in der Energieversorgung, der Organisation von Behörden oder dem Umweltschutz. Da das Thema ein äußerst komplexes ist, wird es hierzu in Kürze ein eigenes #GraylingInsight von mir geben.

eSport

Das Thema eSport ist die Abkürzung für elektronischer Sport und bezeichnet das wettbewerbsmäßige Spielen von Videospielen. Unwichtig sind dabei das Genre und die Plattform eines Titels. Egal ob PC oder Konsole, Renn- oder Actionspiel: Wer den professionellen Wettkampf gegen andere Gamer ausübt, betreibt eSport. In Deutschland zwar noch nicht so bekannt, schütten diverse Veranstalter Preisgelder in Millionenhöhe bei Turnieren für die beliebtesten Games wie „Counter-Strike – Global Offensive“ und „League of Legends“ aus. Eine eigene Weltmeisterschaft gibt es ebenso seit Jahren: die eSports World Championship (ESWC). Diese findet live in einem Stadion statt und generiert mittlerweile über 3 Millionen Zuschauer vor Ort und im Livestream. Auf der Republica fand eine angeregte Podiumsdiskussion mit Branchenkennern statt, bei der schnell klar wurde, dass eSport ein großes Potenzial für Unternehmen birgt, ganz neue Zielgruppen zu erschließen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass große Konzerne wie Red Bull und Coca-Cola sich bereits als Sponsoren engagieren. Der deutsche Fußballverein Schalke 04 ist zudem dabei sich ein eigenes Team aufzubauen. 


Titelbild: Das Gründerteam Johnny Haeusler (l-r), Tanja Haeusler, Markus Beckedahl und Andreas Gebhard stehen am 08.05.2017 bei der Eröffnung der re:publica (#rp17) in Berlin auf der Bühne. Foto: re:publica/Jan Zappner (CC BY-SA 2.0)


Grayling Team

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