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Influencer sind keine Werbebanner

29. September 2017


Am 23. September fand das erste Influencer Marketing Camp in Hamburg statt. Elena Lindenzweig und Miriam Heimberg, beide Account Executives bei Grayling Deutschland in Frankfurt, waren für uns vor Ort um sich zu dem aktuellen Branchenthema mit Kollegen und Kolleginnen auszutauschen und zu diskutieren.

#GraylingOnTour – Am vergangenen Samstag machten wir uns auf den Weg nach Hamburg, um uns mit alten Hasen und neuen Fans der Influencer-Marketing-Branche über Erfahrungen und Entwicklungen in der Szene auszutauschen. Mit dabei waren zahlreiche Agenturen, Kommunikationsmitarbeiter von Unternehmen wie Telekom, MediaSaturn und Glossybox, die das Event sponsorten, und natürlich Influencer selbst – wie Lifestyle Bloggerin Anna Frost und Multitalent Andre Krüger alias @bosch. Wir waren mittendrin und haben uns in diesem Mikrokosmos nicht nur mehr als wohl gefühlt sondern mitdiskutiert und wertvolle Insights für unsere tägliche Arbeit gewonnen.


Influencer Marketing ist in aller Munde, weshalb Branchen-Profis Johannes Lenz und Sachar Klein befanden, dass es Zeit wird dem Thema ein eigenes Barcamp zu widmen – das erste seiner Art im deutschsprachigen Raum. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Das interaktive Event diente als Plattform, auf dem das hochaktuelle Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet und leidenschaftlich debattiert wurde. Nicht erst seit dem berühmt berüchtigten Caro Daur Interview oder seit der aufkeimenden Frage nach der richtigen Kennzeichnung existieren viele kontroverse Meinungen zu den Spielregeln in der Branche. Heißt es Influencer Marketing oder Influencer Relations? Wie viele sponsored Posts pro Woche sind angemessen? Wann lohnt es sich, mit einem „großen“ Influencer zu arbeiten oder sollten wir eher auf viele „Kleine“ setzen? Das sind Fragestellungen, mit denen wir uns im Agenturalltag immer wieder auseinandersetzen. Somit war die Vorstellung, bei einem Barcamp Face-to-Face mit anderen Fachleuten zu sprechen, sehr verlockend und eine gute Gelegenheit für den Austausch zwischen verschiedensten Akteuren. 


Nachdem die inhaltlichen Sessions am Vormittag vorgestellt und geplant wurden, war schnell klar, dass ein Tag bei bestem Wille nicht ausreicht, um jeden zu Wort kommen zu lassen. Der Redebedarf war hoch! 
Da das Influencer Marketing noch immer in den Kinderschuhen steckt und eine bunte Spielwiese für passionierte (Hobby-) Blogger, Unternehmen aber auch für schwarze Schafe ist, schreit die Branche nach Professionalisierungsmethoden und vergleichbaren KPIs. Zentrale Frage ist und bleibt: Was macht eine Influencer Kooperation erfolgreich? Übereinstimmung fanden wir insbesondere darin, dass Influencer mehr als ihre Reichweite sein sollten. 


Anna Frost brach eine Lanze für den „guten Ton“ bei Kooperationen und bot uns einen Einblick in ihre tägliche Arbeit, der sie seit nunmehr zehn Jahren professionell nachgeht. Diese Insights bestärkten auch uns bei Grayling noch einmal darin, dass eine gelungene Zusammenarbeit von Influencern, Agenturen und Unternehmen mit einem vernünftigen Briefing beginnt und eine Kampagne auf das Look&Feel des Influencers und die Interessen der Abonnenten zugeschnitten sein muss, um von Erfolg gekrönt zu werden.  Anna Frost betonte: „Versuche nicht mich zu ändern!“ Influencer bauen sich im Idealfall über lange Zeit hinweg ihre individuelle Marke auf, stehen im regelmäßigen Kontakt mit ihren Followern und wissen daher ganz genau, was ihre Zielgruppe interessiert. In diese Expertise sollten Unternehmen ein gesundes Maß an Vertrauen stecken: der auserwählte Influencer weiß schließlich am besten, wie eine Kampagne aussehen muss, die seine Follower wirklich bewegt und erfreut.
Wo wir auch zum Thema Zielsetzung kommen: Im Vorfeld einer Kooperation muss klar abgesteckt werden, möchte das Unternehmen ein bestimmtes Produkt promoten und einer bestimmten Zielgruppe näher bringen? Soll die Reputation gesteigert werden? Möchte man sich einfach mal ausprobieren, mal „was mit Bloggern machen“? All das sind legitime Beweggründe. Jedoch kann nur bestimmt werden, ob eine Kampagne erfolgreich war, wenn Unternehmen – in Zusammenarbeit mit erfahrenen Agenturen, die mit Rat und Tat unterstützen – klare Ziele vor Augen haben und im Vorfeld Parameter für eine Erfolgsmessung festlegen. 
In der Diskussion zu Dau(e)r-Themen wie Messbarkeit und Relevanz war jedoch schnell klar, dass einheitliche Richtlinien schwierig zu etablieren sind, und dass es immer auf die jeweilige Kooperation, die Marke bzw. den Influencer ankommt. Es ist und bleibt also kompliziert.


Unser Fazit des ersten #imcamp17: Influencer sind keine Werbebanner. Unternehmen brauchen eine gute Portion Mut und Vertrauen in Sachen Influencer Marketing. Klassische Marketing-Tools können nicht immer 1:1 auf Influencer übertragen werden. Wird sich darauf nicht eingelassen, so sind sich die Teilnehmer des Hamburger Barcamps einig, habe Influencer Marketing keine Chance auf authentischen Inhalt und damit auf nachhaltige Resonanz. Umso wichtiger ist es, beide Welten – die der Influencers mit der der Unternehmen – zusammenzubringen. Gut beraten ist hier, wer einen starken und kompetenten Partner an seiner Seite hat.
Letztlich sollen im Idealfall alle Parteien von Agenturen, Unternehmen, Influencern bis hin zum Leser, der sich über spannende und liebevoll aufbereitete Inhalte freut, vom Influencer Marketing profitieren. Auch für unsere tägliche Arbeit ist es besonders wichtig, uns weiterhin intensiv mit dem Thema zu beschäftigen und unterstützend zur Seite zu stehen um gute gegenseitige Beziehungen mit den Influencern zu pflegen und natürlich ein gegenseitiges Verständnis zu etablieren. 


Mehr Infos und spannende Einblicke zum Event bekommt Ihr unter #imcamp17 oder auf dem W&V Blog.

Beitragsbild: Canvas8
 


Grayling Team

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