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Kommunikationstrends 2018 - Urbane Vision

14. Dezember 2017


Ein heißes Pflaster

Im Rahmen unserer #6into18-Serie untersucht Stephanie Stamatakou, CEO von Grayling in der Region Asien-Pazifik, den aufkommenden Trend, bei dem sich Marketiers auf weltweite Metropolen konzentrieren.

Vergangenes Jahr haben wir in einem unserer Beiträge ‚Live Smart or Die‘ ‚Speed vs. Structure‘ als eine der vier Herausforderungen identifiziert, die das nächste Jahrzehnt prägen werden. Damit ist die Spannung zwischen der technologiegestützten On-Demand-Wirtschaft und der Infrastruktur wachsender, dicht besiedelter Städte, die in den meisten Fällen in einem vordigitalen Zeitalter gebaut wurden, gemeint.

Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaft und Soziales der Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung bis 2030 voraussichtlich 8,5 Milliarden Menschen erreichen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit leben schon heute mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in einem städtischen Gebiet, und diese Zahl steigt stetig an. Bis zum Jahr 2030 werden voraussichtlich 60 Prozent der Menschen weltweit in städtischen Gebieten wohnen, wovon jede dritte Person in Städten mit mindestens einer halben Million Einwohnern/Einwohnerinnen leben wird. Dieser Trend reflektiert nicht nur die wachsende Zahl der Städte weltweit, sondern auch deren Größe: Es wird ein Anstieg der „Megastädte“ (Städte mit mehr als 10 Millionen Einwohnern/Einwohnerinnen) von 31 im Jahr 2016 auf 41 Metropolen bis zum Jahr 2030 prognostiziert. Dies wird vor allem in den asiatisch-pazifischen Regionen geschehen.

Die Auswirkungen dessen sind enorm, nicht zuletzt für Marketiers. Im kommenden Jahr 2018 erwarten wir, dass mehr Marken und Konzerne dem Beispiel von Nike folgen und beginnen, Städte und nicht mehr Länder oder Regionen in den Vordergrund zu stellen.

Micro-Influencer haben eine große Wirkung

Großstädte sind Zentren des Wirtschaftswachstums und Konsums, die wiederum die Türen zu größeren Märkten öffnen. 2018 erwarten wir, dass mehr Marken Micro-Influencer als Türöffner einsetzen werden.

Unternehmen beginnen, die großen Namen (und das große Geld) von Mega-Influencern zugunsten von zielgruppengenauen (und kosteneffektiven) Micro-Influencern zu umgehen. „Leute wie du und ich“, und deren Meinungen zu Mode, Lifestyle, Sport, Musik und anderen Lebensbereichen werden zum echten Trendsetter und Meinungsmacher. 82 Prozent der Stadtbewohner/innen geben an, dass sie einer Kaufempfehlung eines Micro-Influencers folgen würden. Zudem können Influencer-Inhalte einen ROI bieten, der bis zu elf Mal höher ist als bei herkömmlichen Formen des digitalen Marketings.

Clevere Organisationen wie Airbnb knüpfen Partnerschaften mit städtischen Nischen-Influencern und ihren Followern auf der ganzen Welt und bieten so Zugang zu kreativen Veranstaltungen und einzigartigen Möglichkeiten, die zu weitreichenden kulturellen Interaktionen führen und gleichzeitig eine anhaltende Markenaffinität aufbauen. Die herkömmliche Weisheit über die Macht der Influencer wird auf den Kopf gestellt und die Städte weisen den Weg.

Städte als Leuchttürme

Metropolen können als Halo-Orte fungieren, an denen Beziehungen zum Publikum entwickelt und Markenwahrnehmungen geformt werden können. Sichtbar wird dies vor allem durch digitale Maßnahmen im Geo-Targeting, aber auch anhand realer Erfahrungen, z. B. durch Pop-Up-Geschäfte oder im Einzelhandel durch Flagship Stores oder Showrooms. Amazon, der ultimative Online-Händler (und wohl Vorbote des Todes oder zumindest der Neuerfindung der Haupteinkaufsstraßen), experimentiert ironischer Weise mit stationären Geschäften. Wo? In New York, weitere Großstädte werden folgen.

Unterdessen baut Asics Flagship Stores mit DJ-Ständen und Saftbars in Metropolen wie London, New York und Tokio mit Unterstützung ihrer lokal zugeschnittenen Kampagne ‚I Move Me‘.

Das ergibt Sinn. Denn in der heutigen, digitalen Welt fühlt sich jeder zweite Mensch zunehmend von der physischen Welt abgeschnitten und sieben von zehn Personen sagen, dass sie sich nach realen Erfahrungen sehnen, die ihre Sinne stimulieren. Der Sweetspot ist der Ort, an dem die digitale und reale Welt aufeinandertreffen. Ein cleveres Beispiel, wie beide Welten miteinander verknüpft werden, zeigt Maggi sehr erfolgreich mit dem ersten begehbaren Foodblog in Deutschland – dem Maggi Kochstudio BlogStore. Ein Team aus Mitarbeitern, die als Food Blogger agieren, schreibt und kreiert dort nicht nur Rezepte für den Maggi Blog, sondern steht den Store-Besuchern bei Fragen Rede und Antwort. Somit schafft es Maggi 24/7 on- und offline für (Koch-)Inspiration zu sorgen und sein Expertenwissen mit einer breiten Zielgruppe zu teilen.

Meine Stadt, meine Leinwand

Aber Städte sind viel mehr als nur Orte für coole Geschäfte. Die Art der Erlebnisse, nach denen sich die Menschen sehnen, geht weit über die Einkaufsvorstellungen hinaus und soziale Medien sind dafür der Schlüssel. Sei es eine Werbetafel in London, die Bier ausschenkt, das Rathaus von Tel Aviv, das sich in ein riesiges Tetris-Spiel verwandelt, oder das äußerst ansprechende Eiscrememuseum in Los Angeles, wo Besucher interaktive Installationen rund um das Thema Eiscreme bestaunen können – Städte werden als Spielplätze genutzt. Marketiers nutzen Städte als Marken-Leinwände, liefern überraschende, sensorische und gemeinsam erfahrbare Erlebnisse, starten neue Kampagnen und treiben konsumgenerierte Inhalte und Marken-Buzzmomente voran, was insbesondere für Millenials und Gen-Z-Konsumenten attraktiv ist.

Unsere Großstädte nehmen an Zahl und Größe zu und 2018 werden sich mehr Organisationen bemühen, ihre Bewohnerinnen und Bewohner als Fokusgruppen oder vollständige Kampagnen-Hotspots einzubeziehen.

Dieser Blogbeitrag von Stephanie Stamatakou, CEO von Grayling in Asien-Pazifik, erscheint im Rahmen der Grayling Trend-Serie für 2018. Diskutieren Sie mit uns unter dem Hashtag #6INTO18.


Grayling Team

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