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Twitch – Der unbekannte Social Network-Riese

18. April 2019


Facebook, Instagram, Twitter, Youtube, Snapchat – egal ob wir die Plattformen selbst nutzen oder nicht, sie sind weithin bekannt und relevant in der täglichen PR-Arbeit. Einem anderen sozialen Netzwerk mit einer großen Reichweite und sehr viel Potential für die PR wird jedoch gemeinhin kaum Beachtung geschenkt: Twitch. Was dieses Netzwerk kann und so besonders macht, erläutert Jane Bekendam, Junior Account Executive, im Rahmen der Trends & Innovations Reihe.

Was ist Twitch?
Twitch ging am 6. Juni 2011 online und hat sich seitdem zum weltweiten Marktführer in Social Video Services entwickelt. Die Hauptzielgruppe sind Gaming-interessierte zwischen 19 und 49 Jahren. Was als Nischenangebot begann, führte schon in den ersten drei Jahren zu rund 55 Millionen Nutzern, sodass Twitch die Aufmerksamkeit von Google und Amazon auf sich zog. Nachdem Google aufgrund seiner bereits mächtigen Videoplattform Youtube zögerte, kaufte Amazon Twitch im August 2014 für etwa 735 Millionen Euro.

Heute ist der Live-Streaming Dienst, der seinen Hauptsitz in San Francisco hat, in 28 verschiedenen Sprachen verfügbar. Die meist gestreamten und geschauten Spiele sind derzeit Fortnite, League of Legends und PlayerUnknown‘s Battlegrounds. Doch auch wenn der wachsende Gaming-Markt weiterhin der Fokus von Twitch ist, erweitert die Plattform stetig ihr Angebot.

Formate & Besonderheiten auf Twitch
Nachdem die Anzahl der Streamer, die live Videospiel-bezogene Kunst kreierten, stetig anstieg, launchte Twitch Ende 2015 das Format „Creative“. Der mehrtägige Launch begann am 29. Oktober 2015, dem 73. Geburtstag des Malers Bob Ross, mit einem neuntägigen Marathon aller Folgen von „The Joy of Painting“. Mit dieser Kampagne regte Twitch Künstler dazu an, ihre Ideen in Echtzeit ins Netz zu übertragen und begann die Creative Community aktiv im Aufbau zu unterstützen.

Eine wachsende Community zeigt den Erfolg des neuen Formats, der sich bis heute fortsetzt. Mittlerweile weist das Creative-Format zahlreiche Unterkategorien auf, wie beispielsweise Food oder der südkoreanische Trend Social Eating. Während in der ersten Kategorie Streamer Rezepte mit ihren Communities teilen und sie live am Prozess des Kochens und Backens teilhaben lassen, entspannen Streamer zusammen mit ihrer Community beim Social Eating in einer Gaming-Pause. Darüber hinaus finden auch Food-Challenges und Restaurant-Reviews großen Anklang. Durch die Live-Übertragung und die zahlreichen Interaktionsmöglichkeiten entsteht eine einzigartige Nähe zwischen Streamern und Communities, die so nur selten auf anderen Plattformen zu finden ist.

Um diese Nähe und Persönlichkeit weiter auszubauen, wurde im Dezember 2016 ein weiteres Format eingeführt: IRL (= in real life). Streamer haben nun die Möglichkeit, ihre Community live an ihrem Leben teilhaben zu lassen. Vom Alltagsshopping über eine aufregende Reise bis hin zum gemütlichen Talk auf dem Sofa, in diesem Format dreht sich alles um den Streamer. Dieses Format fördert die Nähe zum Twitcher und somit das Ausbauen loyaler Communities.

Twitch in Zahlen
Nach eigenen Angaben verzeichnet Twitch täglich 15 Millionen aktive Zuschauer, die durchschnittlich 95 Minuten lang Live-Streams auf der Plattform verfolgen. „Aktiv“ gilt auf Twitch, wer sich mit seinem Account eingeloggt hat. Monatlich teilen 2,2 Millionen Streamer live ihre Gaming-Erfolge mit ihrer Community. Die erfolgreichsten fünf Prozent der Streamer gelten bei Twitch als Influencer. Sie teilen ihre Leidenschaft für ihre Inhalte mit einer großen, loyalen Fanbase und inspirieren ihre Community. Auch wenn auf Twitch mit rund 63,58 Prozent die vorherrschende Sprache Englisch ist, ist die zweitmeist in Live-Streams vertretene Sprache mit 7,55 Prozent Deutsch. Es folgen Russisch (6,69 %), Französisch (5,19 %) und Spanisch (4,49 %). Dabei ist zu beachten, dass viele deutsche Twitcher auch oder ausschließlich auf Englisch streamen, da in der Gaming-Zielgruppe Englisch eine gängige Sprache ist.  Im November 2017 verzeichnete Statista circa 31 Millionen Visits online und rund 238 Millionen Visits mobil in Deutschland. Die Grafik zeigt eindeutig die Entwicklung zur mobilen Nutzung von Twitch.

Neugierig geworden? – Gut so!
In Großbritannien und den USA wurden bereits einige spannende und innovative Twitch-Kooperationen umgesetzt. Diese reichen von interessanten Product Placements bis hin zu einzigartigen Kampagnen, wie beispielsweise dem Livestream-Contest von KFC mit dem Game PlayerUnknown’s Battlegrounds.

Auch für deutsche Marken und Unternehmen bietet Twitch großes Potential. Ob mit einem eigenen Kanal eine loyale Community aufbauen oder mit kreativen Online-Kampagnen für Aufmerksamkeit sorgen, die Möglichkeiten sind quasi endlos und sollten wahrgenommen werden.


Jane Bekendam

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