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Wozu virtuelle Realität, wenn wir schon eine haben? Ein Round-up zur Republica 18

18. Mai 2018


Maria Kutscherow, Junior Account Executive bei Grayling Deutschland in München, hat sich auf der Republica in neue Welten gewagt und Themen rund um VR und AR erforscht.

In all der Vielfalt, die die drei Tage Republica zu bieten hatten, waren Themen rund um VR und AR stark und häufig vertreten. Doch warum brauchen wir überhaupt eine virtuelle Realität, wenn wir schon unsere eigene Realität Tag für Tag erleben?

Grenzen durchbrechen

Egal ob Kunst, Journalismus oder Marketing: Menschen suchen ständig nach neuen Erfahrungen, nach körperlichen, psychischen und sensorischen Grenzen, die sie auf neue Art und Weise erleben können. Und genau da setzt VR und AR an. Bei künstlerischen Installationen heißt das zum Beispiel, den Betrachter aus seiner unbeteiligten Position herauszugreifen und ihn stärker in das Geschehen einbeziehen zu können. Zugleich bringt es den Vorteil, das Erlebnis immer wieder erfahrbar zu machen und zwar kostengünstig und mit weniger Aufwand – unabhängig davon, ob AR oder VR durch eine Stadt, städteübergreifende Theaterstücke oder komplexe künstlerische Installationen realisiert wird. VR/AR bekommt dadurch nicht nur die Rolle des Vermittlers, sondern auch die eines Archivs.

So hat zum Beispiel Katharina Haverich in dem neuen künstlerischen Projekt „Sequence of a Horse in Motion“ ihre Träume zu Realität gemacht. Ein Mann wir kopfüber aufgehängt und von einer Schleife umwickelt, die von einem Pferd geführt wird. In der VR-Adaptation soll der Zuschauer, nicht wie gedacht, einfach nur die Installation aus der Entfernung erleben. Ganz im Gegenteil: Haverich verlangt ebenso viel vom Betrachter wie von ihren Darstellern, denn dieser wird durch VR selbst zum Akteur und erlebt die Installation kopfüber hängend nach – so jedenfalls der Plan. Noch ist das Projekt in der Entwicklung, sodass man es vom 22.-24 Juni live in Neukölln erleben kann. 

Für mehr Empathie im Journalismus

VR und AR können dabei nicht nur für sensorische Gratwanderungen und Verwirrungen genutzt werden. Der Fotojournalist Liam Maloney, der für seine dokumentarischen Bilder in großen Publikationen wie TIME, Le Monde oder The Globe bekannt ist, setzt auf VR um einen frischen Impuls für unser Sehen zu stimulieren. Die Idee hatte ihren Grundstein in dem Projekt Texting Syria, bei dem er über zwei Jahre hinweg syrische Flüchtlinge begleitete. Dabei fiel Maloney auf, dass es immer schwieriger wird, eine empathische Verbindung zwischen dem Betrachter und den Abgebildeten zu schaffen. Zu sehr haben sich die Bilder von Krieg und Zerstörung in unseren medialen Alltag eingeschlichen.

Technik mal Technik: KI kombiniert

Einen zusätzlichen Stimulus bekommen VR und AR durch KI. Mit der fortgeschrittenen Verbreitung von Smartphones in den letzten Jahren sind AR und VR-Apps für Anwender einfacher und schneller nutzbar. So sind AR-Anwendungen, wie die von Blippar, mittlerweile nicht nur fortgeschritten, sondern diktieren die Zukunft. Die Live-Demonstration führte vor, in welcher Geschwindigkeit intelligente Kamera-Linsen bereits die Umgebung erkennen und kategorisieren können. Denn es war trotz mäßiger Internet-Verbindung für die App einfach, Personen von Gegenständen zu unterscheiden oder auch auf bestimmte Logos zu reagieren und eine Animation abzuspielen. Dadurch lassen sich auch spezifisch auf die Marke abgestimmte Kampagnen designen. Weitere interessante Insights zum Thema KI gibt es in einem weiteren Blogpost von Anna Härle.

Das Fazit der drei Tage Republica im Hinblick auf VR und AR: Die Technologien sind gekommen um zu bleiben und werden die Zukunft von Journalismus, Kunst, Werbung, Marketing und Kommunikation begleiten und verändern. Uns als Kommunikatoren bieten sie dadurch weitere und bisher unentdeckte Räume für kreative Kampagnen. Wer up to date bleiben möchte denkt jetzt schon daran, wie sich VR und AR mit all ihren Finessen in die Marken-Kommunikation integrieren lassen.

Titelbild: re:publica/Jan Zappner (CC BY-SA 2.0)


Grayling Team

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